GRAF LUDO

Die Leipziger Messe modell-hobby-spiel verleiht den GRAF LUDO seit 2009. Der Veranstaltung ist die qualitätsbetonte Beschäftigung mit dem Kulturgut Spiel ein wichtiges Anliegen. Vergeben wird der Spielgrafikpreis GRAF LUDO unter Spieleneuheiten der zwei aktuellen Jahrgänge. Die beiden Preisträger kürt eine fachkundige Jury.

Bereits zum 12. Mal wird der Preis zur modell-hobby-spiel 2021 verliehen.

GRAF LUDO - Was ist das?

GRAF LUDO: Der Preis – die Idee

Seit 2009 verleiht die Leipziger Messe modell-hobby-spiel den Preis für die schönste Spielgrafik

Spielfreude entsteht nicht nur durch tolle Spielkonzepte und -ideen. Eine ästhetisch ansprechende, spannende und assoziative Gestaltung trägt genauso dazu bei. Mit dem GRAF LUDO wird eben diese kreative Arbeit besonders gewürdigt. Der Preis lenkt somit die Aufmerksamkeit auf die künstlerisch-gestalterischen Elemente von Spielen und wird explizit dem Illustrator bzw. Illustratorenteam zuerkannt.

In die Bewertung fließt neben der Grafik der Spielschachtel auch der visuelle Gesamteindruck aller enthaltenen Spielmaterialien ein.

Der Preis wird in zwei Kategorien verliehen:

  • "Schönste Kinderspielgrafik"
  • "Schönste Familienspielgrafik"

Er ist mit jeweils 1.000 € dotiert, die direkt an den/die Grafiker/in übergeben werden.

Preisvergabe

Die Preisvergabe erfolgt im Rahmen einer Festveranstaltung während der Messe modell-hobby-spiel auf dem Leipziger Messegelände.

Im Anschluss an die Preisverleihung werden die Preisträger und die nominierten Spiele im zentral gelegenen GRAF LUDO-Forum den Besuchern über die gesamte Laufzeit präsentiert.

Jury und Auswahlverfahren

Auswahl- und Nominierungsverfahren

Das Auswahlverfahren wird in zwei Phasen durchgeführt:

  • Erstellung einer Auswahlliste von 6 Spielen jeder Kategorie, die Veröffentlichung der Liste erfolgt im Juni 2021
  • aus der Auswahlliste werden 3 Spiele jeder Kategorie nominiert, deren Veröffentlichung erfolgt im August 2021

Die Jury

Der Preis wird von einer Jury aus Medienvertretern, Künstlern und spielaffinen Menschen vergeben:

Arno Miller

Jahrgang 1959, ist hauptberuflicher Journalist in Bregenz/Österreich und leitete unter anderem eine Tages- und Wochenzeitung. Seit 1994 arbeitet er als freier Journalist für mehrere österreichische Medien, vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Politik. 1988 verband er Beruf und Leidenschaft mit der Gründung der Fachzeitschrift "Die Spielwiese", die 2005 in das Internetportal spielwiese.at überging. Als einer der Letzten, der den Beruf des Schriftsetzers erlernt hat, bringt er auch Wissen und Erfahrung im Bereich der Typografie in seine Jurorentätigkeit ein. Arno Miller ist Sprecher der Jury.

Dirk Görtler

Jahrgang 1952, hat freie Kunst an der Freien Kunstschule Stuttgart, Grafik-Design und Illustration an der Folkwangschule/Gesamthochschule Essen sowie Grafik-Design in Basel studiert. Seit 1978 arbeitet er als selbstständiger Illustrator und Grafik-Designer und hat schon zahlreiche Illustrationen und Buchumschläge für Verlage aus Deutschland, Schweiz und den USA gestaltet. Darüber hinaus lehrt er an verschiedenen Hochschulen mit dem Spezialgebiet Graphic-Storytelling. In seiner Rolle als Jurymitglied wird Görtler auf die stilistische Qualität von Grafik und Illustration sowie die zielgruppengerechte Ansprache achten.

Alexandra Käss

Jahrgang 1970, lebt, arbeitet und spielt seit mehr als 20 Jahren in Bonn. Sie ist diplomierte Mathematikerin und promovierte Kunsthistorikerin und konnte sich zwischen der Faszination für die Schönheit von Zahlen und Strukturen und der Faszination für die Schönheit von Bildern und Assoziationen noch nie so recht entscheiden. Deshalb ist es auch gut, dass ihre regelmäßigen Brettspielrunden vom abstrakten Taktikspiel, über die Mission als Fantasy-Helden und Weltretter bis zum lustigen Partyspiel alles mit ihr spielen. Ähnlich abwechslungsreich ist ihr Berufsleben: Sie ist als Kunstwissenschaftlerin und Ausstellungsmacherin am Landesmuseum in Bonn tätig. In der Graf Ludo Jury wird sie besonders auf die gelungene Verbindung von Künstlerischem und Sachdienlichem achten und nach dem "gewissen Etwas", dem “innovativen Funken” im Design Ausschau halten.

Heike Fischer

Jahrgang 1968, ist die Projektdirektorin der modell-hobby-spiel. Sie fühlt sich pudelwohl unter den Ausstellern der Spiele- und Freizeitwelt und genießt den kreativen Austausch in der Branche. Nach einem Journalistikstudium arbeitete sie zunächst für Zeitungen in Leipzig, Berlin und St. Petersburg (Russland), bevor sie zur Leipziger Messe ging. Nach einigen Jahren als Pressesprecherin verantwortete sie die Kommunikation der Unternehmensgruppe, inklusive der Kreation von Ausstellungen, Events, Werbemitteln, Publikationen und Videos. Anfang 2021 übernahm sie die Projektleitung der modell-hobby-spiel – ihrer „Lieblingsmesse“, wie sie selber sagt. Privat findet man sie häufig in kreativen Workshops und Galerien, auf Golfplätzen und in Sammlerforen für Spielzeugfans.

Willi Weber

Jahrgang 1960, wohnt in Kobern-Gondorf an der schönen Mosel. Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau und zwei erwachsenen Töchtern immer kritische und begeisterte Mitspieler im Haus. Seit 1995 engagiert er sich in seiner Freizeit bei Spielenachmittagen, -abenden und –wochenenden. Sein besonderes Augenmerk wird sich auf die Akzeptanz und Bewertung der Grafiken und der Spiele beim breiten Publikum richten.

Carsten Sander

Jahrgang 1975, wohnt in Berlin, hat in Psychologie studiert und arbeitet als freier Unternehmensberater. Sein beruflicher Schwerpunkt liegt dabei auf Markt- und Kundenforschung. Schon mit 12 Jahren entwickelte Herr Sander seine erste eigene Spielidee und hat sich diese Begeisterung bis heute als Strategie- und Retro-PC-Spieler erhalten. Im Rahmen der Jury-Arbeit möchte Carsten Sander vor dem Hintergrund seiner beruflichen Expertise vor allem auf die Funktionalität/Usability des Designs achten, ob die grafische und farbliche Umsetzung das Spielen erleichtert.

Spielernetzwerk-Jury

Der GRAF LUDO wird von der Fangemeinde "Spielernetzwerk" mitbestimmt. Sie setzt sich zusammen aus Brettspielfans und -experten aus ganz Deutschland. Die Männer und Frauen des Spielernetzwerks sind nicht nur begeisterte Brettspielliebhaber, sie besuchen auch offizielle Veranstaltungen und treffen sich privat in kleineren Spielgruppen. So konnten sie schon viele Gesellschaftsspiele testen und einen reichen Erfahrungsschatz aufbauen. Die Bewertung durch das Spielernetzwerk repräsentiert daher die bunte, vielschichtige Meinung der Spielerschaft. Sie wird über ein Onlinevotum realisiert: Nach einer Diskussionsphase gibt jedes Mitglied seine Stimme online ab. Mitmachen kann jeder, der dem Spielernetzwerk der Spiele-Offensive.de beitritt. Die Seite Spiele-Offensive.de gründete das Spielernetzwerk im Oktober 2010. Derzeit verzeichnet das Netzwerk 6.500 Mitglieder. Die Wertung des Spielernetzwerks geht mit jeweils einer Stimme in die Juryentscheidung ein.

Preisträger GRAF LUDO 2019

Schönste Familienspielgrafik

Die Tavernen im Tiefen Thal

Grafik: Dennis Lohausen
Spielidee: Wolfgang Warsch
Verlag: Schmidt Spiele

Die Begründung der Jury: Benutzerfreundlichkeit und Detailreichtum müssen kein Widerspruch sein. Das beweist der diesjährige Preisträger des GRAF LUDO in der Kategorie Familienspiele. „Die Tavernen im Tiefen Thal“ sind gut besucht. Das sieht man schon auf dem Cover, das uns in die Wirtsstube einlädt. Drinnen tummeln sich Schankmaid, Bierbrauer, Gäste, Hund und Katze. Trotz dieses geschäftigen Gewimmels finden wir alles Spielrelevante auf den ersten Blick. Die perspektivische Draufsicht sorgt für schnelle Erfassbarkeit und die Grafik ist so hervorragend durchdacht, dass sie die Spielmechanik intuitiv unterstützt. In der stimmungsvoll zwielichtigen Kneipenatmosphäre ist nicht nur jeder einzelne Raum und jede Figur liebevoll durchgestaltet, auch Elemente wie die „Bierdeckel“, die als Würfeltableaus dienen, sind eine kleine grafische Entdeckung wert. Und wer die Spielpläne umdreht, stellt fest: Die im Spiel nicht benötigte Rückseite zeigt die geschlossene Taverne bei Nacht. Dieses Spiel lässt uns Spieler ahnen, dass es seinem Grafiker eine Herzensangelegenheit gewesen sein muss. Ergebnis: Eine wahrhaft gelungene – Wirtschaftssimulation.

Schönste Kinderspielgrafik

Fuchs und Hase

Grafik: Antje Damm
Spielidee: Antje Damm & Metermorphosen
Verlag: Metermorphosen

Begründung der Jury: Was wäre wenn… die Grafik eines Spiels eine Leerstelle hätte? Wenn da einfach erst einmal nichts wäre? Und was, wenn das Spiel genau das zum Spielthema macht? Aus dieser Idee hat „Fuchs und Hase“ ein großartiges visuelles Vergnügen gemacht, zu dem die vorhandene Grafik die einfachen, aber optimalen Rahmenbedingungen liefert. Die Hauptdarsteller sind ein Fuchs und ein Hase, die liebevoll illustriert in verschiedenen Alltagssituationen auftreten. Wenn dem Hasen seine türkise Unterhose nicht gefällt, dann sieht man ihm das eindeutig an. Und dass der Fuchs gerne Zitronenbonbons lutscht, macht sein Gesichtsausdruck unmissverständlich klar. Doch neben den prägnanten Charakteren und Szenen hat jede Karte auch eine ausgestanzte Leerstelle. Wenn der Fuchs zum Beispiel sagt, er sehe einen „Schmetterling mit Punkten“, laufen wir gerne los und suchen in unserer Umgebung etwas Gepunktetes, vor das wir die Karte halten können. Damit füllen wir die ausgeschnittenen Schmetterlingsflügel aus und werden plötzlich selbst zu Spieleillustratoren. Dass dieses buchstäblich hintergründige Suchspiel auf beiden Seiten der Karten funktioniert, ist ein besonderer Kniff des Designs.