GRAF LUDO 2022

Zum 13. Mal verleiht die Leipziger Publikumsmesse modell-hobby-spiel den GRAF LUDO in den beiden Kategorien „Schönste Kinderspielgrafik“ und „Schönste Familienspielgrafik“. Bewerben können sich alle Spieleverlage mit den Neuheiten der letzten zwölf Monate. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert und geht direkt an den Grafiker oder die Grafikerin.

GRAF LUDO - Was ist das?

GRAF LUDO: Der Preis – die Idee

GRAF LUDO ist der einzige Branchenpreis, der die grafische Gestaltung von Spielen würdigt. Im Zentrum steht die kreative, künstlerische und handwerkliche Meisterschaft von Illustratorinnen und Illustratoren. Der Preis fördert das Kulturgut Spiel, indem er Maßstäbe für gestalterische Qualität setzt.

Damit gibt GRAF LUDO dem Publikum Empfehlungen für besonders schöne Spiele.

Eine fachkundige Jury bewertet die Umsetzung der Spielidee durch Grafik, Spielelemente und die Gesamterscheinung des Spieles einschließlich der Anleitung und der Verpackung.

Der Preis wird in zwei Kategorien verliehen:

  • "Schönste Kinderspielgrafik"
  • "Schönste Familienspielgrafik"

Er ist mit jeweils 1.000 € dotiert, die direkt an den/die Grafiker/in übergeben werden.

Zeitplan

  
1. April 2022Einsendeschluss
Ende Mai 2022Bekanntgabe der Auswahlliste
Ende Juli 2022Bekanntgabe der Nominierten
21. August 2022Bekanntgabe der Preisträger während der
während der Spiele-Offensive.de Online Expo
1. Oktober 2022Preisverleihung der Gewinner im Rahmen der modell-hobby-spiel. Im Anschluss an die Preisverleihung werden die Preisträger und die nominierten Spiele im zentral gelegenen GRAF LUDO-Forum den Besuchern über die gesamte Messelaufzeit präsentiert.

Jury und Auswahlverfahren

Auswahl- und Nominierungsverfahren

Das Auswahlverfahren wird in zwei Phasen durchgeführt:

  • Erstellung einer Auswahlliste von 6 Spielen jeder Kategorie, die Veröffentlichung der Liste erfolgt im Mai 2022
  • aus der Auswahlliste werden 3 Spiele jeder Kategorie nominiert, deren Veröffentlichung erfolgt im Juli 2022
  • Wer den GRAF LUDO gewinnt, erfahren die Fans schöner Spiele bereits im August während der Spiele-Offensive.de Online Expo – einer jährlichen Online-Veranstaltung, an der Interessenten kostenlos teilnehmen können. Die Leipziger Messe und die Spiele-Offensive.de unterstützen Verlage gemeinsam darin, die schönsten Spiele des Jahres einer möglichst großen Öffentlichkeit und dem Handel zu empfehlen.

Die Jury

Der Preis wird von einer Jury aus Medienvertretern, Künstlern und spielaffinen Menschen vergeben:

Arno Miller

Jahrgang 1959, ist hauptberuflicher Journalist in Bregenz/Österreich und leitete unter anderem eine Tages- und Wochenzeitung. Seit 1994 arbeitet er als freier Journalist für mehrere österreichische Medien, vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Politik. 1988 verband er Beruf und Leidenschaft mit der Gründung der Fachzeitschrift "Die Spielwiese", die 2005 in das Internetportal spielwiese.at überging. Als einer der Letzten, der den Beruf des Schriftsetzers erlernt hat, bringt er auch Wissen und Erfahrung im Bereich der Typografie in seine Jurorentätigkeit ein. Arno Miller ist Sprecher der Jury.

Alexandra Käss

Jahrgang 1970, lebt, arbeitet und spielt seit mehr als 20 Jahren in Bonn. Sie ist diplomierte Mathematikerin und promovierte Kunsthistorikerin und konnte sich zwischen der Faszination für die Schönheit von Zahlen und Strukturen und der Faszination für die Schönheit von Bildern und Assoziationen noch nie so recht entscheiden. Deshalb ist es auch gut, dass ihre regelmäßigen Brettspielrunden vom abstrakten Taktikspiel, über die Mission als Fantasy-Helden und Weltretter bis zum lustigen Partyspiel alles mit ihr spielen. Ähnlich abwechslungsreich ist ihr Berufsleben: Sie ist als Kunstwissenschaftlerin und Ausstellungsmacherin am Landesmuseum in Bonn tätig. In der Graf Ludo Jury wird sie besonders auf die gelungene Verbindung von Künstlerischem und Sachdienlichem achten und nach dem "gewissen Etwas", dem “innovativen Funken” im Design Ausschau halten.

Heike Fischer

Jahrgang 1968, ist die Projektdirektorin der modell-hobby-spiel. Nach einem Journalistikstudium arbeitete sie zunächst für Zeitungen in Leipzig, Berlin und St. Petersburg (Russland), bevor sie zur Leipziger Messe ging. Nach einigen Jahren als Pressesprecherin verantwortete sie die Kommunikation der Unternehmensgruppe, inklusive der Kreation von Ausstellungen, Events, Werbemitteln, Publikationen und Videos. Anfang 2021 übernahm sie die Projektleitung der modell-hobby-spiel – ihrer „Lieblingsmesse“, wie sie selber sagt. Privat findet man sie häufig in kreativen Workshops und Galerien, auf Golfplätzen und in Sammlerforen für Spielzeugfans.

Willi Weber

Jahrgang 1960, wohnt in Kobern-Gondorf an der schönen Mosel. Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau und zwei erwachsenen Töchtern immer kritische und begeisterte Mitspieler im Haus. Seit 1995 engagiert er sich in seiner Freizeit bei Spielenachmittagen, -abenden und –wochenenden. Sein besonderes Augenmerk wird sich auf die Akzeptanz und Bewertung der Grafiken und der Spiele beim breiten Publikum richten.

Carsten Sander

Jahrgang 1975, wohnt in Berlin, hat in Psychologie studiert und arbeitet als freier Unternehmensberater. Sein beruflicher Schwerpunkt liegt dabei auf Markt- und Kundenforschung. Schon mit 12 Jahren entwickelte Herr Sander seine erste eigene Spielidee und hat sich diese Begeisterung bis heute als Strategie- und Retro-PC-Spieler erhalten. Im Rahmen der Jury-Arbeit möchte Carsten Sander vor dem Hintergrund seiner beruflichen Expertise vor allem auf die Funktionalität/Usability des Designs achten, ob die grafische und farbliche Umsetzung das Spielen erleichtert.

Willy Dumaz

Jahrgang 1984, liebt das Spielen und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er studierte in Halle (Saale) Spiel- und Lerndesign und gründete anschließend mit Kollegen das „Büro für Sinn und Unsinn". Das interdisziplinäre Designteam konzipiert und gestaltet analoge und digitale Lernspiele und interaktive Ausstellungen. Willy Dumaz arbeitet außerdem an Hochschulen als Dozent für Spielkonzeption und -gestaltung. Bei der Gestaltung von Spielen achtet er vor allem auf den ganzheitlichen Designansatz. Die Grafik müsse mit anderen Merkmalen wie Material, Haptik, Ergonomie, Spielmechanik, dem Thema und natürlich der anvisierten Zielgruppe zusammenspielen.

Christoph Eberle

Jahrgang 1965, absolvierte eine Ausbildung zum Schriftsetzer, Grafiker und Fotograf und arbeitete anschließend in zwei Baseler Werbeagenturen. Seit über 20 Jahren setzt er zahlreiche Ideen in der Unternehmenskommunikation, Werbung und im Editorialdesign um. Für die Bildagenturen mauritius und plainpicture liefert er Bilder zudem gestaltet er Kalender. Eberle lehrt an der Hochschule Furtwangen Mediengestaltung. Bei der Beurteilung eines Spiels legt er seinen Blick zum einen auf das Gesamtkonzept, zum anderen auf die kreativen Ausarbeitung seiner Details.

Spielernetzwerk-Jury

Der GRAF LUDO wird von der Fangemeinde "Spielernetzwerk" mitbestimmt. Sie setzt sich zusammen aus Brettspielfans und -experten aus ganz Deutschland. Die Männer und Frauen des Spielernetzwerks sind nicht nur begeisterte Brettspielliebhaber, sie besuchen auch offizielle Veranstaltungen und treffen sich privat in kleineren Spielgruppen. So konnten sie schon viele Gesellschaftsspiele testen und einen reichen Erfahrungsschatz aufbauen. Die Bewertung durch das Spielernetzwerk repräsentiert daher die bunte, vielschichtige Meinung der Spielerschaft. Sie wird über ein Onlinevotum realisiert: Nach einer Diskussionsphase gibt jedes Mitglied seine Stimme online ab. Mitmachen kann jeder, der dem Spielernetzwerk der Spiele-Offensive.de beitritt. Die Seite Spiele-Offensive.de gründete das Spielernetzwerk im Oktober 2010. Derzeit verzeichnet das Netzwerk 6.500 Mitglieder. Die Wertung des Spielernetzwerks geht mit jeweils einer Stimme in die Juryentscheidung ein.

GRAF LUDO 2022: Die Preisträger

Die Jury hat entschieden: „Krake beim Schneider“ (Kategorie „Schönste Kinderspielgrafik“) und „Glow“ (Kategorie „Schönste Familienspielgrafik“) sind die Gewinner des GRAF LUDO 2022.

Gewinner in der Kategorie „Schönste Kinderspielgrafik“

Krake beim Schneider
Grafikerin und Autorin: Nadia Budde
Gestaltung: Anja Mathey
Verlag: MeterMorphosen

Begründung der Jury:

Von der auffälligen Machart des Nähkästchens als Spieleschachtel bis hin zu den tierisch-lustigen Texten: Krake beim Schneider hat charmanten Humor. Man experimentiert mit skurriler Poesie und fröhlichen Illustrationen von Nadia Budde, obwohl es sich um ein gewöhnliches Memospiel handelt. Kleine Geschichten entstehen bei diesem Ausflug in die „Nähstube“ als knackige Zweizeiler, zum Beispiel „Wäsche glatt – Waschbär platt“ oder „Zitteraal – langer Schal“, die perfekt in kleine Comicszenen umgesetzt sind. Als Gimmick liegt ein Maßband bei – um die kleinen und großen Mitspieler zu bemaßen und zu bespaßen – das ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i.

Gewinner in der Kategorie „Schönste Familienspielgrafik“

Glow
Grafiker: Ben Basso & Vincent Dutrait
Autor: Cédrick Chaboussit
Verlag: Strohmann Games

Begründung der Jury:

Dieses Spiel sticht auf einfache ungewöhnliche Weise aus der Masse heraus: Es ist schwarz-weiß, die Farbe fehlt. Und das ist auch das Thema des Spiels: Es gilt, das Füchslein Pocana auf seiner Reise durch die Finsternis zu begleiten. Dabei müssen erst die richtigen Gefährten und dann farbige Lichtsplitter gefunden werden. Glow ist mutig mit seinen schwarz-weißen Illustrationen, die sich stilistisch und qualitativ an hochwertigen Graphic Novels orientieren. Davon setzen sich die bunten Piktogramme, Spielsteine und Würfel deutlich ab in diesem eingangs düsteren Spiel, in dem es darum geht, der Welt die Farbe zurückzugeben. Insgesamt ein beeindruckend konsequent über alle Elemente des Spiels durchgezogenes Grafikdesign und deshalb ein würdiger Preisträger.

GRAF LUDO 2022: Die Finalisten

Folgende Spiele wurden von der sechsköpfigen Jury sowie dem Spielernetzwerk der Spiele-Offensive nominiert:

Schönste Familienspielgrafik

Canvas

Grafiker: Luan Huynh
Autoren: Andrew Nerger & Jeffrey Chin
Verlag/Vertrieb: rebel/Asmodee

Jurybegründung:
Bilder entstehen lassen, ganz ohne Apps, Klicken und Wischen. Bei Canvas treten die bis zu fünf Spieler als Künstler eines Wettbewerbs an. Dafür werden transparente Kunstkarten mit verschiedenen Motiven und Farbelementen gesammelt und übereinandergelegt. So entstehen individuelle Kunstwerke, die aufgrund der auf den Karten ebenfalls aufgedruckten Symbole am Ende eine Bewertung zulassen. Die Spielelemente und eine Spielmatte aus Stoff – die ein wenig an eine Leinwand erinnert – lassen einen fast in die Welt Van Goghs & Co eintauchen. Ein schönes, kreatives und im positiven Sinne langsames Spiel, bei dem man keine Sorge haben muss, dass Farbe ausläuft oder die Tischdecke schmutzig wird. Die Verpackung wurde so konzipiert ist, dass das ganze Spiel sozusagen als Kunstwerk an die Wand gehängt werden kann, was die GRAF-LUDO-Jury ebenfalls beeindruckt hat.

Glow

Grafiker: Ben Basso & Vincent Dutrait
Autor: Cédrick Chaboussit
Verlag: Strohmann Games

Jurybegründung:
Schon die einfarbige Verpackung fiel der GRAF-LUDO-Jury auf – überraschend und ansprechend. Die Illustrationen der Tiere auf den Spielkarten sind der Handlung entsprechend düster, aber sehr hochwertig gezeichnet. Die Macher des französischen Originals haben auf die richtigen Illustratoren und Grafiker gesetzt, um durch das Spiel zu führen. Die Kombination aus Karten-, Würfel- und Kombinationsspiel sorgt für ungefähr 45 kurzweilige Minuten, in denen es gilt, das Füchslein Pocana auf seiner Reise durch die Finsternis zu begleiten. Dabei müssen erst die richtigen Gefährten und dann farbige Lichtsplitter gefunden werden. Die bunten Spielsteine und Zauberplättchen sind daher ein angenehm bunter Kontrapunkt in diesem eher düsteren Spiel, in dem es darum geht, der Welt die Farbe zurückzugeben.

Meadow – Im Reich der Natur

Grafikerin: Karolina Kijak
Autor: Klemens Kalicki
Verlag/Vertrieb: rebel/Asmodee

Jurybegründung:
Tabanus bovinus, oder auf Deutsch: die Rinderbremse. Männliche Exemplare sind reine Pflanzenfresser, weibliche haben es manchmal auch auf unser Blut abgesehen. Das kann man, wenn man unbedingt will, bei Meadow lernen, muss es aber keineswegs. Der Rinderbremse ist eine von 184 Karten gewidmet, die uns sehr naturalistisch und im Stil alter Aquarelle Tiere, Pflanzen und Landschaften vor Augen führen. Die Aufgabe ist jeweils, bestimmte Wechselbeziehungen zwischen Flora und Fauna herbeizuführen. Auch wenn die Piktogramme für Voraussetzungen und Eigenschaften glasklar gestaltet sind – mit 184 Karten, wechselnden Vorgaben und einem degressivem Auswahlsystem pro Runde zählt Meadow zu den anspruchsvolleren Familienspielen.

Schönste Kinderspielgrafik

Affenkuss & Kokosnuss

Grafikerin & Autorin: Claudia Stöckl
Verlag: Logofrosch

Jurybegründung:
Der Affe schließt die Augen, spitzt den Mund und küsst die Schlange auf die Wange. Völlig verdattert blickt sie darob in Richtung Spieler. Gesichtsausdruck und vor allem die Mundmotorik spielen bei Affenkuss & Kokosnuss eine wichtige Nebenrolle. Was wir Erwachsene und was unbefangene Kinder auf den 24 Kartenpärchen schlicht als lustige und freche Grimassen sehen, kann ganz gezielt auch in der Logopädie eingesetzt werden – eine Seite in der kleinen Spielanleitung beschreibt die entsprechenden Übungen. Vordergründig sorgen die extravaganten Illustrationen jedoch für Spielspaß, den sich die Kinder auch noch aussuchen dürfen: Ein klassisches Memo oder doch lieber ein kooperativer oder kompetitiver Wettlauf auf die Spitze der Kokospalme?

Krake beim Schneider

Grafikerin & Autorin: Nadia Budde
Gestaltung: Anja Mathey
Verlag: MeterMorphosen

Jurybegründung:
Von der handwerklichen Machart des Nähkästchens als Spieleschachtel bis hin zu den tierisch-lustigen Texten auf den Karten zeigt das Spiel hohes Niveau und man nimmt es sehr gerne in die Hand. Alle Komponenten sind herzallerliebst gestaltet und umgesetzt. Obwohl es sich um ein gewöhnliches Memo handelt, sticht es durch die fröhlichen Illustrationen von Nadia Budde und die lustigen Sprüche aus der Masse der Spiele kreativ heraus. Sich reimende Zweizeiler lassen vor unseren Augen kleine Geschichten entstehen und wer kennt das nicht: „Wäsche glatt – Waschbär platt“ oder „Verpasster Flug – Ente im Zug“. Alles an diesem Ausflug in die „Nähstube“ macht Freude und das beiliegende Maßband – um die kleinen und großen Mitspieler zu bemaßen und zu bespaßen – ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i.

Unlock! Kids

Grafiker: Maud Chalmel & Olivier Danchin & Antoine Bordon
Autoren: Cyril Demaegd & Marie Fort & Wilfried Fort
Verlag/Vertrieb: Space Cow/Asmodee

Jurybegründung:
Die Vorgabe aus der Welt der Familien- und Erwachsenenspiele ist hart: Dort hat es die Escape-Spiel-Reihe Unlock! schon auf mehr als zwei Dutzend Ausgaben gebracht. Aber funktioniert das Spielprinzip auch schon für 6-Jährige? Die Autoren von Unlock! Kids laden sie auf sechs Abenteuer in drei unterschiedlichen Welten ein. Doch ohne grafisches Versteckspiel, das sich aus den annähernd 200 Karten und Plättchen ergibt, wären die Autoren mit ihren Rätseln auf verlorenem Posten. Es sind ihr Können und ihre ganz unterschiedlichen illustratorischen Ansätze, die die Geschichten zum Leben erwecken und zu Ende führen. Apropos zu guter Letzt: Die GRAF-LUDO-Jury freut’s, dass die drei Illustratorinnen und Illustratoren schon auf der Schachtelrückseite prominent bei den Beispielbildern gewürdigt werden. Das ist leider noch keine Selbstverständlichkeit.

Auswahlliste GRAF LUDO 2022

Die Fachjury hat elf Spiele in den Kategorien „Schönste Kinderspielgrafik“ und „Schönste Familienspielgrafik“ ausgewählt, die durch gestalterische Bestleistung herausstechen.

Drei der ausgewählten Spiele werden jetzt für den GRAF Ludo nominiert. Am 21. August stellt die Leipziger Messe die Gewinner im Rahmen der Online-Expo der Spiele-Offensive.de vor.

Kategorie „Schönste Familienspielgrafik“

  • Canvas
    Grafiker: Luan Huynh
    Autoren: Andrew Nerger & Jeffrey Chin
    Verlag: Asmodee / Road to Infamy
  • Die wandelnden Türme
    Grafiker: Michael Menzel
    Autoren: Wolfgang Kramer & Michael Kiesling
    Verlag: Abacusspiele
  • Ghosts
    Grafiker: Roberto Freire
    Autoren: Reiner Knizia
    Verlag: Amigo
  • Glow
    Grafiker: Ben Basso &Vincent Dutrait
    Autor: Cédrick Chaboussit
    Verlag: Strohmann Games
  • Hungry Monkey
    Grafikerin: Sushrita Bhattacharjee
    Autor: Erik Andersson Sudén
    Verlag: HeidelBÄR Games
  • Meadow – Im Reich der Natur
    Grafikerin: Karolina Kijak
    Autor: Klemens Kalicki
    Verlag: Asmodee/ rebel

Kategorie „Schönste Kinderspielgrafik“

  • Affenkuss & Kokosnuss
    Grafikerin & Autorin: Claudia Stöckl
    Verlag: Logofrosch
  • Die Villa der Vampire
    Grafiker: Rolf Vogt
    Autoren: Guido Hoffmann & Jens-Peter Schliemann
    Verlag: Schmidt Spiele
  • Krake beim Schneider
    Grafikerin & Autorin: Nadia Budde
    Gestaltung: Anja Mathey
    Verlag: MeterMorphosen
  • Troll Dich!
    Grafikerin & Autorin: Kristin Franke
    Verlag: TinyFoxes Verlag KG
  • Unlock! Kids
    Grafiker: Maud Chalmel & Olivier Danchin & Antoine Bordon
    Autoren: Cyril Demaegd & Marie Fort & Wilfried Fort
    Verlag/Vertrieb: Space Cow/Asmodee

Die Preisträger der vergangenen Jahre

GRAF LUDO 2021

GRAF LUDO 2021 - Die Preisträger

Gewinner in der Kategorie „Schönste Kinderspielgrafik“

„Fabelwelten“ (Verlag: Lifestyle Boardgames, Vertrieb: Asmodee)
Grafik: Irina Pechenkina, Eugene Smolenceva
Autoren: Marie Fort, Wilfried Fort

Begründung der Jury:

„Fabelwelten“ ist ein Spiel wie ein Buch oder eine Geschichte, die man spielt. In einem Spiel, in dem es darum geht, gemeinsam ein Abenteuer zu erleben, ist es umso wichtiger, die Spieler durch grafische Feinheiten in das Gesagte hineinzuziehen.

In "Fabelwelten" schlüpfen liebevoll und kindgerecht gestaltete Tiere in verschiedene Rollen der Erzählung. Die Tiere zeigen interessante, teils vieldeutige Mimiken. Diese regen die Fantasie an, geben Raum zum Weiterdenken, für Spekulationen und Ideen. Durch diesen Kunstgriff werden durchaus auch erzählerische Stereotype gebrochen, und man hat es nicht mit dem immer gleichen schlauen Fuchs oder majestätischen Löwen zu tun, sondern stattdessen mal mit einem verschämten Papagei oder einer ratlosen Fliege, die unerwartet zu Helden werden.

Gekonnt gelingt es „Fabelwelten“ auch, die Kinder zum Diskutieren zu animieren, wer denn nun der geizigste, verschlagenste oder mutigste Charakter unter den Tieren ist.

Gewinner in der Kategorie „Schönste Familienspielgrafik“

„Everdell“ (Verlag: Starling Games/ Pegasus Spiele)
Grafik: Andrew Bosley
Autor: James A. Wilson

Begründung der Jury:

Wer möchte nicht im verträumten „Everdell“ leben und den putzig-betriebsamen Waldbewohnern dabei helfen, ihre kleinen Städte aufzubauen? Der knopfäugige Architekt hat sicher nichts gegen ein wenig Hilfe vom wohlmeinenden Spieler einzuwenden. Und überhaupt fühlt man sich in „Everdell“ sofort willkommen - schon beim Anblick des Spielkartons, wo einem ein kleiner Bach entgegengluckert, sich morgendliche Sonnenstrahlen durch die Bäume in den Wald ergießen und kleine geschäftige Wesen sich auf den Weg machen, um ihr Tagwerk zu verrichten.

Auf den ersten Blick möchte man meinen, man fühle sich durch den dreidimensionalen Baum oder die detailreichen Kunststoffmünzen und -beeren so stark in das zauberhafte Geschehen einbezogen, doch es ist die grafische Gestaltung, die den Spieler noch mehr den Bann dieser Waldwelt zieht. Während das übersichtlich gestaltete Spielbrett im Wesentlichen den Karten-Marktplatz beherbergt, spielt sich das Leben in den Dörfern, auf den ausgelegten Spielkarten ab, wo sich hutzelige Gebäude organisch in die Landschaft einfügen. Auf den Karten findet man auch die niedlichen Einwohner, die einen von den Spielkarten anblicken, als würde man sie gerade bei ihrer Tätigkeit unterbrechen, so lebendig hat man sie künstlerisch eingefangen und mit Persönlichkeit versehen.

In einem einfach gehaltenen Worker-Placement-Spiel entwickelt sich nun die Idylle mit der Hilfe des Spielers durch die Jahreszeiten, und mit Glück und Geschick schafft man es, eine florierende, glückliche kleine Welt entstehen zu lassen. Da blickt auch die Lehrerkrähe von ihrem Buch auf und ich finde Anerkennung in ihrem Blick. Zeit für einen Feierabendtrunk in der urigen Taverne!

GRAF LUDO 2019

GRAF LUDO 2019 - Die Preisträger

Schönste Familienspielgrafik

Die Tavernen im Tiefen Thal

Grafik: Dennis Lohausen
Spielidee: Wolfgang Warsch
Verlag: Schmidt Spiele

Die Begründung der Jury: Benutzerfreundlichkeit und Detailreichtum müssen kein Widerspruch sein. Das beweist der diesjährige Preisträger des GRAF LUDO in der Kategorie Familienspiele. „Die Tavernen im Tiefen Thal“ sind gut besucht. Das sieht man schon auf dem Cover, das uns in die Wirtsstube einlädt. Drinnen tummeln sich Schankmaid, Bierbrauer, Gäste, Hund und Katze. Trotz dieses geschäftigen Gewimmels finden wir alles Spielrelevante auf den ersten Blick. Die perspektivische Draufsicht sorgt für schnelle Erfassbarkeit und die Grafik ist so hervorragend durchdacht, dass sie die Spielmechanik intuitiv unterstützt. In der stimmungsvoll zwielichtigen Kneipenatmosphäre ist nicht nur jeder einzelne Raum und jede Figur liebevoll durchgestaltet, auch Elemente wie die „Bierdeckel“, die als Würfeltableaus dienen, sind eine kleine grafische Entdeckung wert. Und wer die Spielpläne umdreht, stellt fest: Die im Spiel nicht benötigte Rückseite zeigt die geschlossene Taverne bei Nacht. Dieses Spiel lässt uns Spieler ahnen, dass es seinem Grafiker eine Herzensangelegenheit gewesen sein muss. Ergebnis: Eine wahrhaft gelungene – Wirtschaftssimulation.

Schönste Kinderspielgrafik

Fuchs und Hase

Grafik: Antje Damm
Spielidee: Antje Damm & Metermorphosen
Verlag: Metermorphosen

Begründung der Jury: Was wäre wenn… die Grafik eines Spiels eine Leerstelle hätte? Wenn da einfach erst einmal nichts wäre? Und was, wenn das Spiel genau das zum Spielthema macht? Aus dieser Idee hat „Fuchs und Hase“ ein großartiges visuelles Vergnügen gemacht, zu dem die vorhandene Grafik die einfachen, aber optimalen Rahmenbedingungen liefert. Die Hauptdarsteller sind ein Fuchs und ein Hase, die liebevoll illustriert in verschiedenen Alltagssituationen auftreten. Wenn dem Hasen seine türkise Unterhose nicht gefällt, dann sieht man ihm das eindeutig an. Und dass der Fuchs gerne Zitronenbonbons lutscht, macht sein Gesichtsausdruck unmissverständlich klar. Doch neben den prägnanten Charakteren und Szenen hat jede Karte auch eine ausgestanzte Leerstelle. Wenn der Fuchs zum Beispiel sagt, er sehe einen „Schmetterling mit Punkten“, laufen wir gerne los und suchen in unserer Umgebung etwas Gepunktetes, vor das wir die Karte halten können. Damit füllen wir die ausgeschnittenen Schmetterlingsflügel aus und werden plötzlich selbst zu Spieleillustratoren. Dass dieses buchstäblich hintergründige Suchspiel auf beiden Seiten der Karten funktioniert, ist ein besonderer Kniff des Designs.

Nanett Greiner
Projektmanagerin