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13.08.2019 modell-hobby-spiel

Außergewöhnliche Illustrationen: Claudia Stöckl verwandelt logopädische Übungen in tierisches Spielvergnügen

Die kleinen Knabberkäfer Kalle und Kucki sitzen im Kirschbaum. Rita Raupe frisst grüne Broccoliröschen. Auf den ersten Blick ahnt man nicht, dass sich hinter diesen und vielen weiteren Sätzen in den liebevoll illustrierten Spielen von Claudia Stöckl logopädische Übungen verbergen. Denn neben diesen Wortkombinationen turnen knallbunte Tiere durchs Bild, wie etwa Susi Suppenhuhn, die mit Kochlöffel und -mütze ausgestattet in einem Suppentopf auf Rädern übers Spielfeld düst. Auf der Spielwiese der modell-hobby-spiel 2019 zeigt Claudia Stöckl damit eine Alternative zu herkömmlichen Logopädiematerialien. Die Geschichte der Illustratorin zeigt, wie die verrückten Spielideen entstehen und welche Rolle ihr Werdegang, die Muße und ihr Sohn spielen.

Um die Geschichte von der Illustratorin Claudia Stöckl zu erzählen, müsste man ein paar Jahre zurückspulen und würde sich wiederfinden in einem idyllischen Dorf. Die kleine Claudia macht auf eigene Faust Experimente: Sie beobachtet Insekten und beginnt fasziniert die Details zu zeichnen. Einige Jahre später beginnt Claudia Stöckl eine Ausbildung zur Logopädin und bekommt die typischen Vorlagen mit dem, wie sie selbst sagt, „hässlichen“ Clownsgesicht ausgeteilt. „Wie soll ich damit Kinder begeistern, wenn ich die Clowns selbst nicht ansprechend finde?“ Also beginnt sie wieder zu zeichnen. Peu à peu machen es sich ganze Froschfamilien in ihrem Heft gemütlich und formen mit ihren breiten Mäulern unterschiedliche Laute. Statt Tadel erhält sie von der Lehrerin die offizielle Erlaubnis: „Malen Sie weiter, das sieht gut aus!“ Claudia schafft weitere Unterrichtswerke, testet ihre ersten Entwürfe erfolgreich in der Praxis und entschließt sich zum Design-Studium. In Münster lernt sie neue Techniken und ihre Werke gewinnen an Raffinesse, Frechheit und Expressivität. Sie lässt sich den Namen „Logofrosch“ patentieren und entwirft eine erste Logopädiespiel-Auflage. Dabei steht immer der Spielsinn im Fokus, denn nur so behalten die Kinder ihre Freude und innere Motivation. Deshalb erzählen all ihre Spiele eine eigene Geschichte und zaubern nicht nur den 4- bis 7-Jährigen ein breites Grinsen ins Gesicht.

Der experimentelle Spiel-Entstehungsprozess

Neue Spielideen werden geboren, wenn Claudia Ruhe und Muße hat. Nach dem Skizzieren experimentiert sie mit verschiedenen Materialien und entdeckt die Collagentechnik für sich. So bastelt sie zum Beispiel aus Papier, Kreide, Bleistift und einem roten Faden ein Zelt. Nach dem analogen Entwurf scannt sie das Zelt ein und setzt es am PC mit einer weiteren Zeichnung zusammen, sodass aus dem lederartigen Unterschlupf eine Maus herauslugt. Am Ende entstehen aus den einzelnen Parts aufwändig gestaltete Spiele wie „Die Sauserei im heißen Sand“, welches auf der Auswahlliste der Nominierungen zum diesjährigen GRAF-LUDO-Grafikpreis der modell-hobby-spiel steht. Dabei machen die „fünf Sauser“ ein Wettrennen durch die Wüste und die Kinder werden zu Reportern, die das Geschehen live kommentieren dürfen. Hier hagelt es aufgeregte, muntere Sätze und ganz nebenbei werden die schwierigen Wörter mit den verschiedenen S-Lauten geübt.

Familiärer Austausch: Das i-Tüpfelchen der schrägen Einfälle

Mittlerweile arbeitet Claudia Stöckl längst nicht mehr allein an den Spielen: Ihr siebenjähriger Sohn Jakob testet nicht nur einige der Spiele, sondern „gibt auch seinen Senf“ dazu. Beim Entwurf eines Bären in seinem krachenden Bus mit weißem Abgaswölkchen entwickelte sich ein innerfamiliärer Arbeitstitel: „Das ist Sigi Saubär im Pupsbus“. Jakob konnte sich vor Lachen kaum halten. „Und wenn er das witzig findet, dann finden das vielleicht auch andere Kinder lustig“, so Claudia Stöckl.

Besucher der modell-hobby-spiel 2019 haben an ihrem Stand die Möglichkeit mit den schlauen Schweinchen, verrückten Vögeln und ihrer Schöpferin auf eine rasante Reise zu gehen. Und natürlich lassen sich die Spiele auch ganz ohne Logopädische Zielsetzung ausprobieren.

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